Softball Nachwuchs am Lisa Fernandez Challenge in Hamburg

Zum zweiten Mal nach 2005, reiste eine Delegation von CH Juniorinnen (U-19) an das Lisa Fernandez Junior Challenge 2007 

nach Hamburg. Da in der Schweiz keine Juniorinnenliga existiert und oftmals die jüngeren Spielerinnen in ihren Clubteams im Schatten der erfahreneren Spielerinnen stehen, waren Coaches Pam Mottl und Susan Staub gespannt wie sich der CH Softball Nachwuchs der internationalen Konkurrenz aus Hamburg und Holland stellen würde. Das U-19 Team stellte sich aus 5 Kobras (Jenny Litscher, Angi Montag , Jackie Mottl, Corina Grass, Ines Dübendorfer) 2 Flyers (Svenja Francke, Lena Gfeller) und 2 Challengers (Alexia Zingg, Nina Weideli) Spielerinnen zusammen.

Nach einer 8-stündigen Nachtzugfahrt in den Norden und mehr oder weniger viel Schlaf (betreffend Anzahl Schlafstunden hatten wohl die Spielerinnen, die keinen schnarchenden, nackt schlafenden Fremdling in ihrem Abteil hatten den Vorteil…) wurde das CH All Star Team trotz eisigen Temperaturen von den Hamburg Knights wärmstens in Empfang genommen und gleich mal zur Stärkung ans üppige Frühstücksbuffet gebracht. Die Schweizerinnen hatten bereits um 11.00 ihr erstes Spiel gegen das holländische Team HSV Catch.

Jackie Mottl startete als Pitcherin und hinter Homeplate war Alexia Zingg, die mit einer tollen Leistung und viel Ausdauer alle fünf Spiele des Turniers catchte. Mit Routinier Jenny Litscher auf 1B, Ines Dübendorfer, die nach mehrjähriger Juveniles- und Cadeterfahrung in diesem Jahr ihre erste Softballsaison bestritt, auf 2B, Corina Grass auf SS und Angi Montag auf 3B war das Infield komplett mit Kobras Spielerinnen besetzt. Svenja Francke von den Flyers übernahm die Führung im CF mit Rookies Lena Gfeller (Flyers) im RF und Nina Weideli (Challengers) im LF. Die jungen Schweizerinnen, welche zum Teil noch nie auf einem Sandplatz gespielt hatten, wurden von Anfang an von der holländischen Offense unter Druck gesetzt und hatten im 1. Inning dementsprechend Mühe sich an die Geschwindigkeit des Feldes und Aggressivität ihrer Gegnerinnen zu gewöhnen, welche gleich klar in Führung gehen konnten. Nachdem alle Schweizerinnen einmal at bat waren, schienen sie sich aber an das Pitching gewöhnt zu haben und so konnten sie v.a. mit konstantem Bunting und ein paar schönen Base Hits doch noch 3 Runs scoren. Das Spiel ging mit 3:10 zu Gunsten von späterem Turniersieger HSV Catch aus.

Trotz der deutlichen Niederlage ging das CH Team unbekümmert und unbeeindruckt in ihre zweite Begegnung gegen die einheimischen Hamburgerinnen, welche man eigentlich als klar stärkere Mannschaft einschätzte. Die Offense der Schweizerinnen war aber von 1 bis 9 produktiv und die Defense brillierte mit 2 (!) double plays, wobei SS Jackie Mottl an beiden beteiligt war (F8-6 und F6-3). Corina Grass pitchte das ganze Spiel konstant, die Schweizerinnen nutzten die Fehler ihrer Gegnerinnen mit geschicktem Baserunning aus und so konnte der erste Spieltag mit einem beeindruckenden 11:3 beendet werden. Nachdem das Turnmatten- und Schlafsacklager in der Sporthalle errichtet worden war und alle sich nach Lust und Laune beim Pasta Buffet verköstigt hatten, zeigten sich die CH All Stars nach ihrem sportlichen Erfolg auch als wahre Music Stars, als sie in einem Karaokeduell die Hamburgerinnen wiederum – vor allem dank Gesangswunder Lena und Jenny – nach Punkten und Sternchen klar hinter sich liessen…

“Uffstoh…, zmorge ässe…” hiess es dann kurz nach Sonnenaufgang – Zeit: 7 Uhr, Wetter: wolkenloser Himmel, Temperatur: kalt!!!!! (geschätzte 5 grad) Eingepackt in so ziemlich alles was an Odlo-, underarmour- und Thermobekleidung zu finden war, versuchte man sich für das erste Spiel vom Morgen gegen eine weitere holländische Manschaft – DSC 74 – warm zu laufen. So richtig warm wurden die Schweizerinnen aber nicht und trotz gutem Pitching von Jackie und Corina passierten im Feld zu viele Fehler und das Spiel wurde nach einer Stunde mit 6:15 abgebrochen.

Das letzte Spiel im round robin gegen das Team Roef! (ebenfalls Holland) sollte zur besten Leistung des Schweizer Teams werden. Obwohl die offensiv starken Holländerinnen von Anfang an mit 4 runs in Führung gingen und einige vermeidbare Errors gemacht wurden, liess man sich nicht unterkriegen. Dank soliden Hits ins Outfield, allen voran einem stand up Triple von Alexia Zingg (was auf jedem schweizer Softballfeld ein Homerun gewesen wäre…) und gutem bunting von Corina und Lena, die mit ihrer Geschwindigkeit nicht out geworfen werden konnte, wurde das Spiel zu einer spannenden Aufholjagd der Schweizerinnen. Sie kämpften sich im letzten Inning bis zum Spielstand von 6:7 heran, vermochten dann aber trotz bases loaded leider nicht mehr zu scoren. Obwohl ein Sieg schön gewesen wäre, waren Coaches Pam und Susan stolz auf die Leistung ihrer Spielerinnen, welche in diesem Spiel bewiesen, dass spielerisch und kämpferisch viel in ihnen steckt und vor allem auch, dass sie nicht aufgeben. Erwähnenswert ist auch die defensive Leistung, welche sich im Verlauf des Wochenendes enorm steigerte. Svenja Francke spielte konzentriert und fehlerfrei zum ersten Mal 2B, Ines Dübendorfer konnte mit solidem Abdecken im LF einige extra base hits verhindern und war sogar nahe daran ein out auf 1B zu werfen und Jackies unermüdlicher Einsatz auf SS führte zu diversen erstaunlichen plays – u.a. zu ihrem 3. double play des Wochenendes mit einem tag out vor 1B (!) und einem tag play an der Homeplate von Alexia.

Das Lisa Fernandez Junior Challenge ging für das Schweizer Team mit dem 4. Schlussrang und zwei beeindruckenden Spieltagen zu Ende. Die konstante Leistungssteigerung aller Spielerinnen in dieser kurzen Zeit und die kämpferische Spielweise, die sie auf dem Feld zeigten, beweist zwar, dass viel Potenzial im Nachwuchs des Schweizer Softball steckt, jedoch bleibt zu hoffen, dass sich zukünftig mehr junge Spielerinnen dafür interessieren an solchen internationalen Anlässen teilzunehmen. Das Wochenende zeigte wie wichtig es ist für die jungen Spielerinnen unter und gegen Gleichaltrige Spielerfahrung ausserhalb der Schweizer Meisterschaft sammeln zu können. Nur indem er auch auf Sandfeldern spielt, schnelleres pitching sieht und auf internationale Konkurrenz stösst, kann sich der Schweizer Softball Nachwuchs optimal entwickeln und Fortschritte machen.

by Susan Staub

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